Rentenversicherung

Gesetzliche Rentenversicherung

Die Gesetzliche Rentenversicherung wurde im Jahr 1889 gegründet und zählt damit zu den ältesten Sozialversicherungszweigen. Neben der Zahlung der Altersrente leistet die Gesetzliche Rentenversicherung auch Hinterbliebenenrenten und Renten wegen Erwerbsminderung. Aber auch Maßnahmen, die die Erwerbsfähigkeit eines Versicherten wieder herstellen, z. B. Rehabilitationsmaßnahmen, werden vom Leistungskatalog erfasst.

Die Träger der Gesetzlichen Rentenversicherung sind die Deutsche Rentenversicherung Bund (vormals: Bundesanstalt für Arbeit, BfA), die Regionalträger der Deutschen Rentenversicherung (vormals: Landesversicherungsanstalten, LVA) und die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See.

Eine neue abschlagsfreie Altersrente ab 2012

Die „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ wurde ab dem Jahr 2012 eingeführt. Dabei handelt es sich um eine weitere Altersrente, welche in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Rentenversicherung aufgenommen wurde. Interessant ist diese Altersrente deshalb, da diese vorzeitig – also vor Erreichen der Regelaltersgrenze – abschlagsfrei beansprucht werden kann.

Hintergrund

Der Gesetzgeber bestimmt durch das RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz, dass die Regelaltersgrenze ab dem Jahr 2012 schrittweise vom vollendeten 65. Lebensjahr auf das vollendete 67. Lebensjahr angehoben wird. Betroffen von der Anhebung sind alle Versicherten, die nach dem 31.12.1946 geboren wurden. Für Versicherte, die 1964 oder später geboren wurden, gilt dann die Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Welche Regelaltersgrenze für Versicherte der Geburtsjahrgänge 1947 bis 1963 gilt, kann unter Regelaltersrente nachgelesen werden.

Mit der Einführung der Altersrente für besonders langjährig Versicherte besteht die Möglichkeit, unabhängig davon, welche Regelaltersgrenze gilt, eine abschlagsfreie Altersrente bereits ab dem vollendeten 65. Lebensjahr zu beanspruchen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass von den Rentenversicherten – wie der Name der Altersrente bereits ausdrückt – eine besonders lange Vorversicherungszeit (Wartezeit) nachgewiesen werden kann.

Absenken der Altersgrenze auf das 63. Lebensjahr

Ab Juli 2014 wurde im Rahmen des RV-Leistungsverbesserungsgesetzes für bestimmte Geburtsjahrgänge die Altersgrenze für die Inanspruchnahme der Altersrente für besonders langjährig Versicherte bis auf das vollendete 63. Lebensjahr abgesenkt. Versicherte der Geburtsjahrgänge bis 1952 können diese besondere Altersrente nun bereits ab dem vollendeten 63. Lebensjahr beanspruchen. Für die Versicherten der Geburtsjahrgänge ab 1953 wird die Altersgrenze dann wieder schrittweise angehoben, sodass diese für die Versicherten der Geburtsjahrgänge ab 1964 dann (wieder) beim vollendeten 65. Lebensjahr liegt. Der folgenden Übersicht kann entnommen werden, welche Altersgrenze für welchen Geburtsjahrgang gilt:

Geburtsjahrgang des Versicherten Anhebung der Altersgrenze um ... Monate

         auf das Alter

   Jahre         Monat

bis 1952 0 63 0
1953 2 63 2
1954 4 63 4
1955 6 63 6
1956 8 63 8
1957 10 63 10
1958 12 64 0
1959 14 64 2
1960 16 64 4
1961 18 64 6
1962 20 64 8
1963 22 64 10
ab 1964 24 65 0

Anspruchsvoraussetzungen

Die Anspruchsvoraussetzungen für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte sind, dass seitens des Versicherten das 65. Lebensjahr (für die Geburtsjahrgänge vor 1964 gibt es ab Juli 2014 die o. g. Sonderregelungen) vollendet wird und gleichzeitig eine Wartezeit (Mindest-Vorversicherungszeit) von 45 Jahren (bzw. 540 Monaten) erfüllt wird.

Vorversicherungszeit

Auf die extrem lange Vorversicherungszeit, welche für einen Anspruch auf die Altersrente für langjährig Versicherte erfüllt werden muss, werden nicht alle rentenrechtlichen Zeiten angerechnet. Anzurechnen auf die Wartezeit für diese Altersrente werden Kalendermonate mit Pflichtbeitragszeiten, mit Ersatzzeiten, Zeiten, welche aufgrund einer geringfügigen rentenversicherungsfreien Beschäftigung berechnet werden, Berücksichtigungszeiten und Zeiten der Erziehung eines Kindes bis zu dessen 10. Lebensjahr.

Als Pflichtbeitragszeiten werden ausschließlich die Monate angerechnet, für die Beiträge aufgrund einer Beschäftigung oder Tätigkeit geleistet werden. Darunter fallen die Zeiten einer versicherten Beschäftigung, einer Pflegetätigkeit oder einer selbstständigen Tätigkeit. Unberücksichtigt bleiben Pflichtbeitragszeiten, welche aufgrund eines Bezugs von Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II vorhanden sind. Ebenfalls werden rentenrechtliche Zeiten, die aus einem durchgeführten Versorgungsausgleich oder aus einem Rentensplitting unter Ehegatten/Lebenspartnern stammen, nicht berücksichtigt.

Da eine ganze Reihe an rentenrechtlichen Zeiten bei der Wartezeit für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte nicht berücksichtigt werden können, kann ein Anspruch auf diese Altersrente ausgeschlossen sein, obwohl insgesamt 45 Jahre rentenrechtliche Zeiten vorhanden sind!

Verbesserungen ab Juli 2014

Durch das RV-Leistungsverbesserungsgesetz können ab Juli 2014 weitere rentenrechtliche Zeiten bei der Wartezeit für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte berücksichtigt werden, welche bislang nicht angerechnet werden durften. Dies sind die freiwilligen Versicherungszeiten. Hier darf nun eine Anrechnung erfolgen, sofern mindestens 18 Jahre an Pflichtbeitragszeiten vorhanden sind.

Ebenfalls können ab Juli 2014 die Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld I (früheres Unterhaltsgeld) berücksichtigt werden. Eine Ausnahmeregelung gibt es mit dem sogenannten „rollierenden Stichtag“; dieser besagt, dass grundsätzlich Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld I in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn bei der Wartezeit keine Berücksichtigung finden dürfen. Sollte die Arbeitslosigkeit allerdings aufgrund einer vollständigen Geschäftsaufgabe oder einer Insolvenz des Arbeitgebers entstanden sein, können die Bezugszeiten von Arbeitslosengeld I auch dann auf die Wartezeit angerechnet werden, wenn diese innerhalb der letzten zwei Jahre vor Rentenbeginn liegen. Ebenfalls können Zeiten des Bezugs von anderen Versicherungszeiten, die entgangenes Entgelt ersetzen, angerechnet werden.

Urteil LSG Baden-Württemberg, L 9 R 695/16

Zur „Rente mit 63“ hat am 21.06.2016 das Landessozialgericht Baden-Württemberg unter dem Aktenzeichen L 9 R 695/16 ein Urteil gesprochen. In dem vom 9. Senat des Landessozialgerichts Baden-Württemberg zu entscheidenden Fall ging es darum, ob es gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstößt, dass die letzten zwei Jahre vor Rentenbeginn grundsätzlich nicht auf die Wartezeit von 540 Monaten angerechnet werden, wenn hier Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs vorliegen.

Zu dem sozialgerichtlichen Streitfall kam es, weil ein im August 1951 geborener Versicherter geklagt hatte. Er war bis Dezember 2011 beschäftigt, bezog dann von Januar 2012 bis Dezember 2013 für zwei Jahre Arbeitslosengeld und hatte schließlich ab September 2014 die „Altersrente für besonders langjährig Versicherte“ beantragt. Die Anspruchsvoraussetzungen konnte die zuständige Rentenkasse jedoch nicht bestätigen, da für die erforderliche Wartezeit von 540 Monaten noch 15 Monate fehlten. Die Zeit des Arbeitslosengeldbezugs in den Jahren 2012 und 2013 wurde auf die Wartezeit nicht angerechnet, da die Arbeitslosigkeit nicht aufgrund eines vom Gesetzgeber vorgesehenen Ausnahmetatbestandes (vollständige Geschäftsaufgabe oder Insolvenz des Arbeitgebers) verursacht wurde. Anstelle der beantragten „Rente für besonders langjährig Versicherte“ bewilligte die Rentenkasse die niedrigere „Altersrente wegen Arbeitslosigkeit“.

Das Landessozialgericht Baden-Württemberg stellte fest, dass die Regelungen hinsichtlich der Anrechenbarkeit bzw. Nicht-Anrechenbarkeit von Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn (rollierender Stichtag) verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden sind. Mit diesen Regelungen möchte der Gesetzgeber Fehlanreize und eine faktische „Rente mit 61“ vermeiden. Aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung des Rechtsstreits wurde die Revision zum Bundessozialgericht zugelassen.

Hinweis

Sofern aufgrund unzureichender Vorversicherungszeit ab Vollendung des 65. Lebensjahres kein Anspruch auf die Altersrente für besonders langjährig Versicherte besteht, kann dennoch eine Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze beansprucht werden. Hier kommt beispielsweise die Altersrente für langjährig Versicherte in Betracht. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass hier pro Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme ein Rentenabschlag in Höhe von 0,3 Prozent in Kauf genommen werden muss.

In welchem Umfang sich eine vorzeitige Inanspruchnahme einer Altersrente individuell auswirkt, können registrierte Rentenberater berechnen. Registrierte Rentenberater sind Experten im Rentenversicherungsrecht und beraten unabhängig von den Versicherungsträgern. Kontaktieren Sie daher mit Ihrem (Renten-)Anliegen den Rentenberater Helmut Göpfert, der die Leistungsansprüche auch in Widerspruchs- und Klageverfahren (Sozial- und Landessozialgerichte) durchsetzen kann.

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Die Altersrente für Frauen

Das gesetzliche Rentenrecht sah ab dem Jahr 1957 vor, dass Frauen mit Vollendung des 60. Lebensjahres abschlagsfrei eine Altersrente beziehen konnten. Dies wurde durch die Altersrente für Frauen ermöglicht.

Anspruchsvoraussetzungen

Ein Anspruch auf die Altersrente für Frauen besteht nur noch für Frauen, die bis einschließlich 31.12.1951 geboren wurden. Dies zeigt, dass es sich bei dieser Altersrente um eine auslaufende Altersrente handelt. Damit hat der Gesetzgeber die bisher ungleiche Behandlung von Frauen und Männern bezüglich eines möglichen Altersrentenanspruchs beseitigt.

Damit eine Frau eine Altersrente beziehen kann, müssen darüber hinaus noch folgende Anspruchsvoraussetzungen erfüllt werden:

  • Die Frau muss das 60. Lebensjahr vollendet haben.
  • Nach Vollendung des 40. Lebensjahres müssen von der Frau mehr als zehn Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen.
  • Die Wartezeit von 15 Jahren muss erfüllt werden.
  • Das Arbeitsentgelt aus einer abhängigen Beschäftigung bzw. das Arbeitseinkommen aus einer selbstständigen Tätigkeit überschreitet die geltenden Hinzuverdienstgrenzen nicht, sofern über den Rentenbeginn hinaus noch eine Erwerbstätigkeit ausgeübt wird.

Altersgrenze

Die Altersrente für Frauen kann grundsätzlich mit Vollendung des 60. Lebensjahres in Anspruch genommen werden. Allerdings können Versicherte seit dem Jahr 2009 (Versicherte, die ab Dezember 1944 geboren wurden) die Altersrente für Frauen regulär ab dem vollendeten 65. Lebensjahr in Anspruch nehmen. Eine vorzeitige Inanspruchnahme ab dem vollendeten 60. Lebensjahr ist allerdings weiterhin für die anspruchsberechtigten Versicherten möglich; in diesem Fall sind jedoch Rentenabschläge von 0,3 Prozent je Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme zu akzeptieren (bei Inanspruchnahme ab Vollendung des 60. Lebensjahres also 18 Prozent).

Zehn Jahre Pflichtbeiträge nach Vollendung des 40. Lebensjahres

Als weitere Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Altersrente für Frauen schreiben die gesetzlichen Vorschriften vor, dass die Versicherte nach Vollendung des 40. Lebensjahres mehr als zehn Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit nachweisen kann. Da die Gesetzesformulierung verlangt, dass mehr als zehn Jahre dieser Pflichtbeiträge vorliegen müssen, müssen mindestens 121 Kalendermonate nachgewiesen werden.

Als Pflichtbeiträge werden Beitragszahlungen zur Gesetzlichen Rentenversicherung gewertet, welche aufgrund einer versicherungspflichtigen Beschäftigung und selbstständigen Tätigkeit geleistet werden. Darüber hinaus sind noch weitere Beitragszeiten als Pflichtbeitragszeiten anzuerkennen. Hier sind als Beispiele die Beiträge zu nennen, die aufgrund der ehrenamtlichen Pflege eines pflegebedürftigen Versicherten oder aufgrund des Bezugs von Kranken- oder Übergangsgeld geleistet werden.

Wartezeit von 15 Jahren

Neben der besonderen „Vorversicherungszeit“ von zehn Jahren an Pflichtbeiträgen nach Vollendung des 40. Lebensjahres muss noch die Wartezeit – eine Mindest-Vorversicherungszeit – von 15 Jahren erfüllt werden.

Auf diese Wartezeit werden Kalendermonate mit Beitragszeiten und Ersatzzeiten angerechnet. Ebenfalls werden hier Zeiten aus einem Rentensplitting unter Ehegatten, Zeiten aus einem durchgeführten Versorgungsausgleich und rentenrechtliche Zeiten, welche aufgrund einer geringfügigen Beschäftigung errechnet werden, berücksichtigt.

Hinweis

Da es sich bei der Altersrente für Frauen um eine Rente handelt, die es künftig nicht mehr geben wird (da diese nur noch von Frauen beansprucht werden kann, die vor dem 01.01.1952 geboren wurden, wurde die Altersgrenze von 65 Jahren aufgrund des RV-Rentenanpassungsgesetzes nicht mehr angehoben. Durch das RV-Rentenanpassungsgesetz wird ab dem Jahr 2012 die Regelaltersgrenze schrittweise vom vollendeten 65. Lebensjahr auf das vollendete 67. Lebensjahr angehoben. Die Altersrente für Frauen ist von dieser Erhöhung des Renteneintrittsalters nicht mehr betroffen!

Rentenberater Helmut Göpfert

Der registrierte Rentenberater Helmut Göpfert steht für alle Fragen rund um die gesetzlichen Renten zur Verfügung. Kontaktieren Sie daher den Rentenberater mit Ihrem Anliegen, wenn es um Rentenangelegenheiten geht.

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Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Das Leistungsrecht der Gesetzlichen Rentenversicherung sieht eine Reihe an Altersrenten vor. Als „klassische“ Altersrente ist die Regelaltersrente zu sehen, welche nach Erreichen der Regelaltersgrenze mit der geringsten Vorversicherungszeit beansprucht werden kann. Mit der Altersrente für schwerbehinderte Menschen hat der Gesetzgeber eine Altersrente geschaffen, welche bereits vor Erreichen der Regelaltersgrenze beansprucht werden kann, wenn – wie der Name bereits aussagt – eine Schwerbehinderung vorliegt. Zudem müssen für den Bezug dieser Altersrente noch weitere persönliche Voraussetzungen erfüllt werden.

Anspruchsvoraussetzungen

Die Anspruchsvoraussetzungen für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen sind, dass:

  • die geltende Altersgrenze erreicht wird,
  • bei Beginn der Rente eine Schwerbehinderung/Anerkennung als schwerbehinderter Mensch vorliegt oder nach dem am 31.12.2000 geltenden Recht Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vorlag,
  • die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt wird und
  • entweder ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis gegen Arbeitsentgelt bzw. eine selbstständige Tätigkeit mit Arbeitseinkommen aufgegeben wird oder zumindest das Arbeitsentgelt bzw. Arbeitseinkommen die geltende Hinzuverdienstgrenze nicht überschreitet.

Altersgrenzen

Nach dem aktuellen Recht besteht auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen ein Anspruch, wenn das 65. Lebensjahr vollendet wurde. Allerdings gibt es für Versicherte, die vor dem 01.01.1964 geboren wurden, noch Übergangsvorschriften. So kann die Rente von gesetzlich bestimmten Versicherten bereits ab Vollendung des 60. Lebensjahres beansprucht werden.

Vollendung des 60. Lebensjahres - abschlagsfrei

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen kann von Versicherten bereits mit Vollendung des 60. Lebensjahres ohne Abschläge in Anspruch genommen werden, wenn diese bis einschließlich 16.11.1950 geboren wurden und am 16.11.2000 nach den Rechtsvorschriften des Neunten Buches Sozialgesetzbuch – SGB IX – schwerbehindert oder nach dem am 31.12.2000 geltenden Rentenrecht berufs- oder erwerbsunfähig waren.

Darüber hinaus kann die Rente von Versicherten, die vor dem 01.01.1942 geboren wurden, mit Vollendung des 60. Lebensjahres abschlagsfrei beansprucht werden, wenn diese 45 Jahre Pflichtbeiträge entrichtet haben.

Vollendung des 63. Lebensjahres – abschlagsfrei

Die Altersrente für schwerbehinderte Menschen kann von Versicherten, die vor dem 01.01.1952 geboren wurden, noch abschlagsfrei mit Vollendung des 63. Lebensjahres in Anspruch genommen werden. Für Versicherte, die am 01.01.1952 oder später geboren wurden, wird die Altersgrenze für die abschlagsfreie Inanspruchnahme schrittweise erhöht (s. unten).

Von der Anhebung sind einige Versicherte nicht betroffen. Diese Versicherten genießen einen Vertrauensschutz. Das bedeutet, dass das Renteneintrittsalter für die abschlagsfreie Rente nicht angehoben wird und beim vollendeten 63. Lebensjahr bleibt. Den Vertrauensschutz genießen Versicherte, die vor dem 01.01.1955 geboren wurden, vor dem 01.01.2007 Altersteilzeit vereinbart haben und am 01.01.2007 schwerbehindert (GdB mindestens 50 Prozent) waren. Für diese Versicherten wird auch das frühestmögliche Eintrittsalter von 60 Jahren nicht angehoben.

Ebenfalls genießen diesen Vertrauensschutz Versicherte, die vor dem 01.01.1964 geboren wurden, am 01.01.2007 schwerbehindert (GdB mindestens 50 Prozent) waren und Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben. Damit soll der Personenkreis geschützt werden, der aus strukturpolitischen Gründen aus dem Bergbau ausscheidet.

Wie bisher, können diese Versicherten, die unter die genannten Vertrauensschutzregelungen fallen, die Altersrente für schwerbehinderte Menschen vorzeitig ab Vollendung des 60. Lebensjahres – mit entsprechenden Rentenabschlägen von 0,3 Prozent pro Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme – in Anspruch nehmen.

Anhebung auf das vollendete 65. Lebensjahr

Im Zuge der Anhebung der Regelaltersgrenze, welche vom vollendeten 65. Lebensjahr auf das vollendete 67. Lebensjahr angehoben wird, ergeben sich auch für Versicherte, die ab dem Jahr 1952 geboren wurden, Änderung hinsichtlich der Altersgrenze bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen. Konnte bislang diese Altersrente ab dem vollendeten 63. Lebensjahr abschlagsfrei bzw. bereits ab Vollendung des 60. Lebensjahres mit Abschlägen in Anspruch genommen werden, wird durch das RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz auch bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen die Altersgrenze erhöht. Geburtsjahrgänge ab 1964 können diese Altersrente damit erst mit Vollendung des 65. Lebensjahres abschlagsfrei beanspruchen; eine vorzeitige Inanspruchnahme – sofern Rentenabschläge von bis zu 10,8 Prozent in Kauf genommen werden – ist ab dem vollendeten 62. Lebensjahr möglich. In welchen Schritten die Altersgrenze für die reguläre und vorzeitige Inanspruchnahme angehoben wird, ist der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Versicherte
Geburtsmonat
Geburtsjahr

Anhebung um Monate auf Alter Vorzeitige Inanspruchnahme möglich ab Alter
Jahr Monat Jahr Monat
01/1952 1 63 1 60 1
02/1952 2 63 2 60 2
03/1952 3 63 3 60 3
04/1952 4 63 4 60 4
05/1952 5 63 5 60 5
06 - 12/1952 6 63 6 60 6
1953 7 63 7 60 7
1954 8 63 8 60 8
1955 9 63 9 60 9
1956 10 63 10 60 10
1957 11 63 11 60 11
1958 12 64 0 61 0
1959 14 64 2 61 2
1960 16 64 4 61 4
1961 18 64 6 61 6
1962 20 64 8 61 8
1963 22 64 10 61 10
1964 24 65 0 62 0

Vorliegen einer Schwerbehinderung

Um die Altersrente für schwerbehinderte Menschen beanspruchen zu können, muss bei Rentenbeginn eine Schwerbehinderung vorliegen. Um diese persönliche Voraussetzung zu erfüllen, muss dem Versicherten vom Versorgungsamt ein „Grad der Behinderung (kurz: GdB) von mindestens 50 Prozent zugesprochen worden sein. Dies wird durch einen aktuellen Schwerbehindertenausweis nachgewiesen. Der Rentenversicherungsträger prüft diese Voraussetzung daher nicht selbst, sondern akzeptiert diesbezüglich die Entscheidung des Versorgungsamtes.

Alternativ: Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit

Liegt bei Beginn der Rente keine Schwerbehinderung mit einem GdB von mindestens 50 Prozent vor, kann dennoch ein Anspruch auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen bestehen. Alternativ zum Vorliegen einer Schwerbehinderung ist diese persönliche Voraussetzung auch dann erfüllt, wenn der Versicherte vor dem 01.01.1951 geboren wurde und nach dem am 31.12.2000 geltenden Rentenrecht berufs- oder erwerbsunfähig ist. Ob dieser Tatbestand erfüllt ist, trifft der zuständige Rentenversicherungsträger nach den im Jahr 2000 geltenden Rechtsvorschriften.

Versicherte, die nach dem 31.12.1950 geboren wurden, kann diese Regelung (Alternative) nicht mehr greifen. Diese haben nur dann einen Anspruch auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen, wenn tatsächlich eine Schwerbehinderung mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 Prozent vorliegt.

Wartezeit

Als versicherungsrechtliche Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Altersrente für schwerbehinderte Menschen wird gefordert, dass eine Wartezeit von 35 Jahren bzw. 420 Monaten erfüllt wird. Auf diese Wartezeit werden sämtliche rentenrechtliche Zeiten angerechnet. Speziell werden hier Kalendermonate mit Beitragszeiten, mit beitragsfreien Zeiten (Anrechnungszeiten und Ersatzzeiten) und Kalendermonate mit Berücksichtigungszeiten angerechnet. Ebenfalls finden Zeiten aus Zuschlägen an Entgeltpunkten für Arbeitsentgelt aus einer geringfügigen versicherungsfreien Beschäftigung, Zeiten aus einem Rentensplitting unter Ehegatten und Zeiten aus einem Versorgungsausgleich Berücksichtigung.

Zeiten aus einer selbstständigen Tätigkeit können bei der Wartezeit für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen nur dann berücksichtigt werden, wenn die Zeiten als Pflichtzeiten gelten.

Registrierte Rentenberater

Registrierte Rentenberater sind die richtigen Ansprechpartner, wenn es um Fragen rund um das gesetzliche Rentenrecht geht. Rentenberater sind im Rechtsdienstleistungsregister registriert und deren Fachkunde wurde gerichtlich geprüft. Kontaktieren Sie daher mit Ihrem Anliegen zu einer gesetzlichen Rente den registrierten Rentenberater Helmut Göpfert.

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Die Altersrente für langjährig Versicherte

Versicherte der Gesetzlichen Rentenversicherung können grundsätzlich ab Erreichen der Regelaltersgrenze eine Altersrente – die Regelaltersrente – beziehen. Die Regelaltersrente wird ab dem vollendeten 65. Lebensjahr gewährt. Ab dem Jahr 2012 wird die Regelaltersgrenze allerdings für Versicherte, die nach dem 31.12.1948 geboren wurden, schrittweise auf das vollendete 67. Lebensjahr angehoben.

Möchte ein Versicherter eine Altersrente bereits vor Erreichen der Regelaltersgrenze beanspruchen, kann dies durch die „Altersrente für langjährig Versicherte“ erfolgen. Für den Bezug dieser Altersrente müssen im Vergleich zur Regelaltersrente erweiterte Anspruchsvoraussetzungen erfüllt werden. Zudem werden bei der Rentenberechnung Abschläge eingerechnet, welche aufgrund der vorzeitigen Inanspruchnahme die Rentenleistung reduzieren.

Anspruchsvoraussetzungen

Die Altersrente für langjährig Versicherte kann gewährt werden, wenn der Versicherte die Regelaltersgrenze erreicht hat. Zudem muss die Wartezeit (Vorversicherungszeit) von 35 Jahren erfüllt werden und das Arbeitsentgelt bzw. Arbeitseinkommen aus einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit darf die geltende Hinzuverdienstgrenze nicht mehr überschreiten.

Altersgrenze

Die Regelaltersgrenze liegt für Versicherte, die bis einschließlich 31.12.1948 geboren wurden, beim vollendeten 65. Lebensjahr. Diese Regelaltersgrenze wird ab dem Jahr 2012 für Versicherte der Geburtsjahrgänge ab 1949 schrittweise auf das vollendete 67. Lebensjahr erhöht. Für Versicherte, die 1964 und später geboren wurden, liegt die Regelaltersgrenze dann schließlich beim vollendeten 67. Lebensjahr.

Welche Jahrgänge von der Anhebung der Regelaltersgrenze in welchem Umfang betroffen sind, kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

Geburtsjahr
Geburtsmonat

Anhebung um
Monate

auf Alter
Jahr Monat
01/1949 1 65 1
02/1949 2 65 2
03 – 12/1949 3 65 3
1950 4 65 4
1951 5 65 5
1952 6 65 6
1953 7 65 7
1954 8 65 8
1955 9 65 9
1956 10 65 10
1957 11 65 11
1958 12 66 0
1959 14 66 2
1960 16 66 4
1961 18 66 6
1962 20 66 8
1963 22 66 10
1964 24 67 0

Wartezeit von 35 Jahren

Als weitere Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Altersrente für langjährig Versicherte wird gefordert, dass eine Wartezeit von 35 Jahren erfüllt wird. Bei der Wartezeit handelt es sich um eine Vorversicherungszeit, die vom Versicherten zu erfüllen ist. Da – wie der Name der Altersrente bereits ausdrückt – eine langjährige Vorversicherungszeit erfüllt werden muss, hat diese Rente im Vergleich zur Regelaltersrente erhöhte Zugangsvoraussetzungen.

Auf die Wartezeit im Sinne der Altersrente für langjährig Versicherte (35 Jahre bzw. 420 Kalendermonate) werden Kalendermonate mit Beitragszeiten, mit Anrechnungszeiten, mit Ersatzzeiten und mit Berücksichtigungszeiten angerechnet. Zudem werden Zeiten angerechnet, die aus einem Versorgungsausgleich, aus einem Rentensplitting unter Ehegatten bzw. Lebenspartnern und aus Zuschlägen an Entgeltpunkten aus dem Arbeitsentgelt einer rentenversicherungsfreien geringfügigen Beschäftigung errechnet werden.

Kein Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze

Eine Altersrente für langjährig Versicherte kann nur dann geleistet werden, wenn vor Vollendung der geltenden Regelaltersgrenze die Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird. Diese liegt aktuell bundeseinheitlich bei 450,00 Euro und wurde mit der Grenze für geringfügige Beschäftigungen – sogenannte Minijobs – vereinheitlicht. Wird diese Grenze überschritten, erfolgt eine Rentenkürzung oder gar der komplette Entfall der Altersrente.

Die Hinzuverdienstgrenzen bei einem Hinzuverdienst von mehr als 450,00 Euro monatlich werden individuell errechnet. Hier können Sie die Hinzuverdienstgrenzen für Altersfrührentner im Jahr 2017 nachlesen. Ab Juli 2017 erfolgt eine komplette Neuregelung bei den Hinzuverdienstgrenzen. Ab Jahresmitte 2017 gilt dann eine kalenderjährliche Hinzuverdienstgrenzen von 6.300,00 Euro.

Ab Erreichen der Regelaltersgrenze hat ein möglicher Hinzuverdienst keine Auswirkungen mehr auf die Rentenzahlung bzw. kommt keine Rentenkürzung in Betracht.

Vorzeitige Inanspruchnahme

Mit der Altersrente für langjährig Versicherte wird seitens des Gesetzgebers ermöglicht, dass ein Versicherter bereits vor Vollendung der Regelaltersgrenze eine Altersrente beziehen kann. Im Gegenzug wird die Rente dann pro Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme um 0,3 Prozentpunkte gekürzt.

Nach den bisherigen Rechtsvorschriften war vorgesehen, ab dem Geburtsjahrgang 1948 die Altersgrenze für die vorzeitige Inanspruchnahme der Altersrente für langjährig Versicherte vom vollendeten 63. auf das vollendete 62. Lebensjahr zu senken. Aufgrund des RV-Altersgrenzenanpassungsgesetzes unterbleibt die Absenkung, so dass weiterhin die vorzeitige Inanspruchnahme dieser Altersrente ab dem vollendeten 63. Lebensjahr möglich ist.

Allerdings genießen bestimmte Personenkreise noch einen sogenannten Vertrauensschutz und können die Altersrente für langjährig Versicherte bereits ab dem vollendeten 62. Lebensjahr beanspruchen. Von diesem Vertrauensschutz werden folgende Versicherte erfasst:

  • Versicherte, die in der Zeit nach dem 31.12.1947 und vor dem 01.01.1955 – also im Zeitraum 01.01.1948 bis 31.12.1954 – geboren wurden und vor dem 01.01.2007 mit ihrem Arbeitgeber eine Altersteilzeit vereinbart haben. Bei der Altersteilzeit muss es sich um eine Altersteilzeit im Sinne des § 2 und § 3 Abs. 1 Nr. 1 Altersteilzeitgesetz handeln.
  • Versicherte, die Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben.

Für Versicherte, die von diesen Vertrauensschutzregelungen erfasst werden, gilt folgende Altersgrenze für die frühestmögliche Inanspruchnahme der Altersrente für langjährig Versicherte:

Geburtsjahr / Geburtsmonat Vorzeitige Inanspruchnahme möglich ab Alter
Jahr Monat
01/1948 bis 02/1948 62 11
03/1948 bis 04/1948 62 10
05/1948 bis 06/1948 62 9
07/1948 bis 08/1948 62 8
09/1948 bis 10/1948 62 7
11/1948 bis 12/1948 62 6
01/1949 bis 02/1949 62 5
03/1949 bis 04/1949 62 4
05/1949 bis 06/1949 62 3
07/1949 bis 08/1949 62 2
09/1949 bis 10/1949 62 1
11/1949 bis 12/1949 62 0
1950 bis 1963 62 0

Zu beachten gilt, dass die Rentenabschläge bei einer vorzeitigen Inanspruchnahme der Altersrente auf Dauer bestehen bleiben und nicht mit Erreichen der Regelaltersgrenze wieder „aufgehoben“ werden. Daher sollten die finanziellen, dauerhaften Auswirkungen eines entsprechenden Rentenantrags im Vorfeld genau überlegt und ggf. mit einem registrierten Rentenberater erörtert werden.

Registrierte Rentenberater

Für den Bereich der Gesetzlichen Rentenversicherung und für alle Fragen im Zusammenhang mit einer Rente dieses Sozialversicherungszweiges stehen registrierte Rentenberater zur Verfügung. Das Fachwissen der registrierten Rentenberater wurde vor der Registrierung im Rechtsdienstleistungsregister gerichtlich geprüft. Kontaktieren Sie daher mit Ihrem Rentenanliegen den Rentenberater Helmut Göpfert!

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Die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit

Eine besondere Altersrente ist die „Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit“. Da diese Altersrente nur noch unter bestimmten Voraussetzungen von Versicherten, die vor dem 01.01.1952 geboren wurden, beansprucht werden kann, handelt es sich hier um eine Rente, die mittelfristig keine Relevanz mehr für Neurentner haben wird. Dies ist auch der Grund, weshalb die „Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit“ von der Anhebung der Altersgrenzen, was durch das RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz umgesetzt wird, nicht mehr erfasst wird.

Anspruchsvoraussetzungen

Um eine Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit beziehen zu können, müssen folgende Anspruchsvoraussetzungen erfüllt werden:

Eine Versicherte bzw. Versicherter muss

  • vor dem 01.01.1952 geboren sein,
  • mindestens das 60. Lebensjahr vollendet haben,
  • die Wartezeit von 15 Jahren erfüllen,
  • acht Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit in den letzten zehn Jahren vor Beginn der Rente nachweisen und

entweder

  • nach Vollendung des Lebensalters von 58 Jahren und sechs Monaten insgesamt 52 Wochen arbeitslos gewesen oder  Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben; zudem muss bei Beginn der Rente Arbeitslosigkeit vorliegen

oder

  • auf Grund von Altersteilzeit (im Sinne des Altersteilzeitgesetzes, kurz: AltersTZG) die Arbeitszeit für mindestens 24 Kalendermonate vermindert haben.

Alter/Altersgrenze

Dadurch, dass die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit nur noch von Versicherten, die vor dem 01.01.1952 bzw. bis 31.12.1951 geboren wurden, beansprucht werden kann, wird verdeutlicht, dass der Gesetzgeber diese Altersrente abschaffen möchte.

Zur Inanspruchnahme der Rente ist es erforderlich, dass das 60. Lebensjahr vollendet wurde. Dabei handelt es sich um die frühestmögliche Inanspruchnahme der Altersrente. Das bedeutet, dass hier grundsätzlich auch Rentenabschläge in Kauf genommen werden müssen.

Bereits ab dem 01.01.1997 wurde für Versicherte, die nach dem 31.12.1936 geboren wurden, die Altersgrenze für die abschlagsfreie Inanspruchnahme der Altersrente schrittweise vom vollendeten 60. auf das vollendete 65. Lebensjahr angehoben. Die Anhebung erfolgte in 60 Monatsschritten. Die Anhebung war im Jahr 2001 abgeschlossen und kam für Versicherte, die im Dezember 1941 oder später geboren wurden, erstmals voll zum Tragen.

Im Dezember 2003 wurde das RV-Nachhaltigkeitsgesetz verabschiedet, welches unter anderem zum Gegenstand hatte, die Altersgrenze für die frühestmögliche Inanspruchnahme dieser Altersrente vom 60. Lebensjahr auf das 63. Lebensjahr anzuheben. Die Anhebung erfolgt seit dem Jahr 2006 schrittweise und kann in folgender Übersicht abgelesen werden:

Geburtsmonat/
Geburtsjahr

Anhebung um Monate

Vorzeitige Inanspruchnahme möglich ab Alter
Jahr Monat
01/1946 1 60 1
02/1946 2 60 2
03/1946 3 60 3
04/1946 4 60 4
05/1946 5 60 5
06/1946 6 60 6
07/1946 7 60 7
08/1946 8 60 8
09/1946 9 60 9
10/1946 10 60 10
11/1946 11 60 11
12/1946 12 61 0
01/1947 13 61 1
02/1947 14 61 2
03/1947 15 61 3
04/1947 16 61 4
05/1947 17 61 5
06/1947 18 61 6
07/1947 19 61 7
08/1947 20 61 8
09/1947 21 61 9
10/1947 22 61 10
11/1947 23 61 11
12/1947 24 62 0
01/1948 25 62 1
02/1948 26 62 2
03/1948 27 62 3
04/1948 28 62 4
05/1948 29 62 5
06/1948 30 62 6
07/1948 31 62 7
08/1948 32 62 8
09/1948 33 62 9
10/1948 34 62 10
11/1948 35 62 11
12/1948 36 63 12
1949 bis 1951 36 63 0

Je Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme der Rente werden bei der Rentenberechnung 0,3 Prozent Rentenabschläge berechnet.

Im Rahmen der Anhebung der Altersgrenzen hat der Gesetzgeber für bestimmte Versicherte eine Vertrauensschutzregelung geschaffen. Für Versicherte, die vor dem 01.01.1946 geboren wurden, wird die Altersgrenze für die vorzeitige Inanspruchnahme nicht erhöht. Ebenfalls sind Versicherte, die vor dem 01.01.1952 geboren wurden, am 01.01.2004 arbeitslos waren oder deren Arbeitsverhältnis aufgrund einer Vereinbarung oder Kündigung, welche vor dem 01.01.2004 erfolgt ist, nach dem 31.12.2003 beendet wurde, nicht von der Anhebung der Altersgrenze betroffen.

Ebenso genießen Versicherte einen Vertrauensschutz, die bereits vor dem 01.01.2004 Altersteilzeitarbeit im Sinne des Altersteilzeitgesetzes vereinbart oder Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus bezogen haben.

Versicherte, deren letztes Arbeitsverhältnis vor dem 01.01.2004 beendet wurde und die am 01.01.2004 beschäftigungslos (im Sinne § 118 Abs. 1 Nr. 1 Drittes Buch Sozialgesetzbuch) waren, fallen ebenfalls unter den Vertrauensschutz.

Der Vertrauensschutz bedeutet nicht, dass die Rente nur mit Vollendung des 60. Lebensjahres noch beansprucht werden kann. Vielmehr kann die Rente ohne Abschläge erst mit Vollendung des 65. Lebensjahres beansprucht werden; bei einer vorzeitigen Inanspruchnahme – was aufgrund des Vertrauensschutzes ab dem vollendeten 60. Lebensjahr möglich ist – sind Rentenabschläge von 18 Prozent für die vorzeitige Inanspruchnahme in Kauf zu nehmen.

Arbeitslosigkeit

Wird die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit beansprucht, ist Voraussetzung, dass bei Beginn der Rente Arbeitslosigkeit vorliegt. Darüber hinaus muss nach Vollendung des Lebensalters von 58 Jahren und sechs Monaten der Versicherte mindestens 52 Wochen arbeitslos gewesen sein. Alternativ kann anstatt der Arbeitslosigkeit auch der Bezug von Anpassungsgeld für entlassene Arbeitnehmer des Bergbaus anspruchsbegründend sein.

Um eine Arbeitslosigkeit für die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit nachzuweisen, sollte eine regelmäßige Meldung (mindestens 3-Monats-Turnus) bei der Agentur für Arbeit erfolgen. Die Meldung sollte auch dann erfolgen, wenn der Anspruch auf Arbeitslosengeld ausgeschöpft ist. Über die Meldung empfiehlt es sich, eine Bestätigung geben zu lassen, damit die Nachweisführung gegenüber dem Rentenversicherungsträger erfolgen kann.

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Altersteilzeit

Der Anspruch auf die Altersrente nach Altersteilzeit kann durch eine Altersteilzeitarbeit – sofern die übrigen Voraussetzungen für diese Altersrente erfüllt sind – begründet werden. Hierzu muss nach Vollendung des 55. Lebensjahres die Arbeitszeit für eine Dauer von mindestens 24 Kalendermonaten aufgrund der Altersteilzeitarbeit reduziert worden sein. Entsprechend den Regelungen des Altersteilzeitgesetzes, kurz: AltersTZG musste der Arbeitgeber den letzten Netto-Lohn auf mindestens 70 Prozent aufstocken und es mussten Rentenversicherungsbeiträge aus mindestens 90 Prozent des letzten Brutto-Arbeitsentgeltes gezahlt werden. Der Beginn der Altersteilzeit musste spätestens am 31.12.2009 gewesen sein; danach ist eine Altersteilzeit im Sinne des AltersTZG nicht mehr möglich.

Wartezeit

Auf die erforderliche Wartezeit von 15 Jahren werden Kalendermonate mit Beitragszeiten, Ersatzzeiten, Zeiten aus Zuschlägen an Entgeltpunkten für Arbeitsentgelt aus einer geringfügigen versicherungsfreien Beschäftigung, Zeiten aus einem Versorgungsausgleich und Zeiten aus einem Rentensplitting unter Ehegatten angerechnet.

Acht Jahre Pflichtbeiträge

Als besondere versicherungsrechtliche Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Rente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit wird gefordert, dass in den letzten zehn Jahren vor Beginn der Rente mindestens acht Jahre Pflichtbeiträge aufgrund einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit geleistet wurden. Hier werden Zeiten mit Beiträgen berücksichtigt, die als Pflichtbeiträge aufgrund einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit entrichtet wurden. Ebenfalls werden auch Beiträge aus einer Antragspflichtversicherung berücksichtigt. Welche Beiträge hier ebenfalls berücksichtigt werden können (beispielsweise Pflichtbeiträge für Zeiten der Kindererziehung oder für Zeiten der nicht erwerbsmäßigen Pflege) nennt Ihnen ein Rentenberater in einem Beratungsgespräch.

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